Sonntag, 17. Januar 2010

Gut gemeinte Ratschläge!



"Gut meinen" ist ein zweischneidiges Schwert, weil gut meinen eben leider nicht immer gut ist.

Und es gibt nichts schlimmeres als ein Unglück, dass aus "gut meinen" entsteht. Wer kennt nicht die lieben und gut meinenden Eltern? Und Freunde, die alles besser wissen und glauben, sie könnten einem schlechte Erfahrungen ersparen und dank der eigenen Misserfolge den Weg ebnen?

Außerdem mag ich keine Ratschläge, weil die immer auch irgendwie Schläge sind! Und zwar meist mitten ins Gesicht!

(Und solche Schläge haben so gar nichts mit Lust und BDSM zu tun. Vielmehr denke ich ein begleiten der Freunde ist wichtig und eine Unterstützung zum finden des eigenen Weges. Da niemand die Lösung für andere parat hat. Jeder muss seinen Weg finden. Alleine oder eben durch Begleitung.)

Ich erteile auch keine Ratschläge. Zumindest versuche ich das. Wenn ein Freund Hilfe braucht: ich höre gerne zu und helfe beim Sortieren der Gedanken. Aber den Weg muss jeder für sich selbst finden, weil mein Weg selten der Weg des anderen ist.


Ach ja: Bei dem Bild fällt mir doch ein Satz aus meiner Kinderzeit ein "Mit Essen spielt man nicht!" Und neulich sah ich doch mal die Werbung mit den Lachgummis, da durften die Kinder mit den Lachgummis von Nimm2 spielen, weil das so gesund ist. (Fragt mich nun nicht, ob die Lachgummis so gesund sind oder das Spielen -mit Essen-. Jaja. So ändern sich die Zeiten!)

Ich möchte dir gerne eine kleine Metapher vom gut gemeinten Ratschlag erzählen, einfach für dich und zu deinem Vergnügen.

Es war einmal eine kleine Maus, die rannte und rannte und rannte und völlig am Ende ihrer körperlichen Kraft rennt sie durch den Kuhstall.

Die Kuh fragt:
Na du? Was ist los? Was rennst du dir die Seele aus dem Leib, als wäre der wahrhaftige Teufel hinter dir her?

Die Maus antwortete:
Ach, wenn du wüßtest! Der Hofkater hetzt mich und will mich fressen und ich kann nicht mehr! Ich weiß nicht weiter!

Die Kuh, ein gut meinendes (nicht unbedingt weises) Wesen hat die Idee!

Sie schlägt der Maus vor, sich unter ihrem Hinterteil zu plazieren und läßt den Fladen mit ihrem gesammelten Mist auf die kleine erschöpfte Maus fallen und versichert ihr, dass nun alles gut werde und ihr nichts passieren könne!

Du kannst dir sicher die grenzenlose Erleichterung und Dankbarkeit der Maus vorstellen? Denn kaum ist sie unter dem Kuhmist versteckt, kommt der Hofkater in den Stall.

Doch der sieht den Schwanz der Maus aus der Scheisse herausschauen. Genüßlich und süffisant lächelnd zieht er die Maus am Schwanz aus der sprichwörtlichen Scheisse und frißt sie auf!


Und die Moral von der Geschichte:

1.
Nicht jeder der dich anscheißt, meint es schlecht mit dir!

2.
Nicht jeder, der dich aus der Scheiße holt, meint es gut mit dir!

3.
Und wenn du schon bis zum Hals in der Scheiße steckst, dann zieh gefälligst den Schwanz ein!

Du siehst also, ein "gut meinen", verhilft leider nicht immer um "es auch gut werden zu lassen".

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