
BEZIEHUNGSWEISE von Jochen Mariss
Ist es denn nicht möglich,
sich täglich nahe zu sein,
ohne alltäglich zu werden -
voneinander entfernt zu sein,
ohne sich zu verlieren...?
Beziehungsweise
sich maßlos zu lieben,
ohne sich lieblos zu maßregeln -
einander gewähren zu lassen,
ohne die Gewähr zu verlieren...?
Beziehungsweise
einander sicher zu sein,
ohne sich abhängig zu machen -
einander Freiheit zu gewähren,
ohne sich unsicher zu werden...?
Beziehungsweise...
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Diese Worte sind für mich DER Ausdruck wie Liebe sein kann.
Beziehungsweise - idealerweise.
Das Höchste der Gefühle und Liebe ist für mich das Leben von BDSM mit vollem Vertrauen. Denn für den normalen Sex braucht es nicht viel Vertrauen, das ist auch bei einem ONS möglich ohne wirkliche "Probleme".
BDSM-leben ist eine grundsätzliche Einstellung der verantwortlichen und verantwortungsbewußten Lebensgestaltung. Es ist kein Spiel und kein Theater, sondern gelebte Persönlichkeit mit der Entwicklung und Ausrichtung in der gegensätzlichen Ergänzung.
Klar kann BDSM auch neben dem im Alltag gelebten persönlichen Prinzipien eine Inzsenierung eines perfekten (Sex-)Spiels sein. Eine zelebrierte Session mit sehr viel mehr Zeit und Muse als es täglich im Alltagsgewusel möglich ist. So eine "Session" ist wie ein Kuschelwochenende im Bett bei "Vanilla und Stino". Einfach mit einem anderen Ort und einer anderen Intensität der Intimität.
Doch im Bereich von BDSM muss das Vertrauen da sein, um Schmerz zu fügen zu können, auch (oder insbesondere gerade dann), wenn man liebt und um den Schmerz als Geschenk der gemeinsamen tiefen Gefühle empfangen zu können.
In meinen Augen gibt es nichts Höheres als die Verantwortung für Seele, Psyche und Körper zu übernehmen bzw. diese als Gegenpart vertrauensvoll in die Hände des Gegenübers zu legen.
Wobei dies natürlich zu keiner Stunde, Minute oder gar Sekunde bedeutet, dass einer oder gar beide das Hirn und die Eigenverantwortung abgeben! Sondern dies im Konsens miteinander intensiv erleben und sich ansonsten auf Augenhöhe begegnen und einander zugewandt sind: mit Empathie, Kongruenz und bedingungsloser Wertschätzung.
TABU/LOS !
Das sind die Worte, die mich immer ein wenig schmunzeln lassen. Amüsiert und leicht süffisant. Wenn ich in den Profilen lese, wie tabulos Jemand ist, da sage ich mir immer wieder aufs neue: "Wer völlig ohne Tabu ist, kann nicht ganz dicht sein."
Was ist ein TABU?
Was bedeutet TABULOS?
Ohne Hirn und Verstand und eigenes Urteilsvermögen zu allem "Ja und Amen"-sagen?
Oder bedeutet es vielmehr, dass man sich seiner derzeitigen persönlichen Grenzen bewußt ist und diese mit dem entsprechenden Gegenüber und dem Vertrauen nach und nach ganz bewußt und zielgerichtet abbaut, um immer tiefere Bewußtseinsgrenzen zu überbrücken?
Bedenke:
Dein Tabu von Gestern
könnte bereits Morgen
Deine Erfahrung von Heute sein!!!
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